Saatgut selbst gewinnen

Kennst Du das: Du hattest wundervolle Tomaten. Aus der schönsten hast Du Samen gewonnen und im nächsten Jahr ausgesät. Doch dann, die große Enttäuschung: Die Pflanzen kümmern und von der Vorjahrespracht ist nicht viel zu sehen. Woran liegt’s?

Vielleicht war die Prachttomate eine F1-Hybride. Das sind hochgezüchtete Sorten, die auf bestimmte Merkmale hin getrimmt sind: besonders viele und große Tomaten zum Beispiel. Diese Merkmale haben jedoch ihren Preis: Aus F1-Hybriden kann man keine eigenen Samen gewinnen, weil die Zuchtmerkmale nur in einer Generation stabil sind. Die nächste Generation, also die selbst gesammelten Samen, bringen meist andere und von Pflanze zu Pflanze verschiedene Eigenschaften zum Vorschein.

Für die Züchter ist das natürlich von Vorteil: Wenn Du wieder Deine Supertomaten genießen möchtest, musst Du jedes Jahr wieder das Saatgut kaufen. Und hoffen, dass der Anbieter Deine Lieblingstomate weiter im Angebot hat.

Eine Alternative sind samenechte Gemüse, Kräuter und Blumen. Bei vielen traditionellen Bauerngartenpflanzen ist die Saatgutgewinnung sogar sehr einfach. Da diese alten Sorten meist robust und anspruchslos sind, säen sie sich zum Teil sogar von selbst aus. Viele alte Gemüsesorten sind zudem aus den Läden verschwunden – z. B. rote Melde, ein anspruchsloses Blattgemüse, das wie Spinat zubereitet wird und prächtige rote Blätter hat. Durch das Anbauen von alten Gemüsesorten, bereicherst Du Deine Speiseplan und leistest einen Beitrag zur Sortenvielfalt.

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Rote Melde – eine der ältesten Gemüsesorten

Wenn Du also selbst Samen gewinnen möchtest, achte beim nächsten Samenkauf auf’s Etikett und vermeide  F1-Hybriden. Alte Gemüsesorten gibt es im gut sortierten Fachhandel, Spezialitätengärtnereien und bei Saatguterhaltern wie Arche Noah (www.arche-noah.at) – und manchmal auch vom Nachbarn über den Gartenzaun.

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